Erklärung anhand eines plastischen Beispiels
Vereinfacht kann man sich die Übertragbare Einzelstimmgebung (Präferenzwahlverfahren) so vorstellen:
Eine Gruppe von Leuten trifft sich zu einem Filmabend. Es sollen insgesamt 3 Filme gezeigt werden, aber es stehen 5 zur Auswahl. Die 5 Filmhüllen werden mit etwas Abstand auf dem Fußboden verteilt. Jede der anwesenden 19 Personen stellt sich bei ihrem bevorzugten Film auf. Ein Film braucht 5 Unterstützer, um gewählt zu sein. (Denn wenn ein Film von 5 Leuten gewählt wurde, ist er auf jeden Fall unter den 3 Gewinnern, weil nur zwei weitere Filme gleich viele oder mehr Unterstützer haben können.)
Es stellt sich heraus, dass sich bei einem Film 7 Leute aufgestellt haben. Zwei dieser sieben Leute sagen sich daraufhin: „OK, der Film hat schon mehr als genug Stimmen. Wir werden hier nicht gebraucht. Dann unterstützen wir den Film, den wir am zweitbesten finden“ Der eine stellt sich bei einem Film auf, der bisher erst 4 Stimmen hatte. Nun hat er 5 Unterstützer und ist damit als zweiter gewählt. Der andere der beiden Unterstützer hat sich bei einem Film aufgestellt, der bisher nur einen Unterstützer hatte und somit jetzt zwei hat. Diese beiden sagen sich dann aber: „Hm, wir können hier nichts mehr ausrichten. Der kann nicht mehr gewinnen. Welches ist denn unser nächstliebster Film? Lass uns dort hingehen!“ Beide unterstützen einen Film, der bisher 3 Stimmen erhalten hatte. Nun hat er 5 Stimmen und ist der 3. Gewinner.
Die Erstpräferenz bei der Übertragbaren Einzelstimmgebung ist also der Kandidat, den man eigentlich unterstützt – bei dem man sich als erstes aufstellen würde. Die Zweitpräferenz ist derjenige, zu dem man als zweites gehen würde etc.
Aber wenn ein Kandidat mehr Stimmen hat, als er benötigt, von welchen Wählern wird dann die Zweitpräferenz genommen? Das ist der Punkt, in dem sich die verschiedenen Varianten der Übertragbaren Einzelstimmgebung von einander unterscheiden. Man kann entweder auslosen, welche Stimmen übertragen werden - dann könnte aber unter Umständen der Zufall entscheiden, wer ein Mandat bekommt - oder man kann von allen Wählern des erfolgreichen Kandidaten jeweils einen Teil der Stimme übertragen.
zurück zur Hauptseite