Festlegung der Kandidatenreihenfolge von Parteilisten 

Für die Festlegung der Kandidatenreihenfolge der Parteiliste gibt es Vorschläge von Colin Rosenstiel, Joseph Otten und Markus Schulze, die jeweils sicherstellen sollen, dass die Parteiliste die verschiedenen innerparteilichen Gruppen entsprechend ihres Anteils repräsentiert, unabhängig davon, wie viele Mandate die Partei letztendlich erhält.

Rosenstiel schlägt vor[1], bei der Aufstellung einer 10 Kandidaten umfassenden Liste zunächst mittels STV aus sämtlichen Bewerbern um einen Listenplatz die 10 Kandidaten zu ermitteln, die auf einen dieser 10 Plätze kommen. Dann werden aus diesen 10 Kandidaten unter Verwendung der gleichen Stimmzettel 9 Gewinner ermittelt; der dabei ausgeschiedene erhält den 10. Platz. Unter den 9 verbliebenen werden 8 Gewinner ermittelt, der dabei ausgeschiedene erhält den 9. Platz, usw. Dieser Ansatz wird als Bottom-Up-Ansatz bezeichnet, da er am Ende der Liste beginnt und sich zu den aussichtsreichsten Listenplätzen vorarbeitet.

Joseph Otten schlägt vor, andersherum zu verfahren: Zunächst wird anhand der Stimmzettel der Gewinner bei nur einem zu besetzenden Mandat ermittelt, dann für zwei Mandate, wobei der zuvor gewählte Kandidat nicht gestrichen werden kann, dann für drei Kandidaten, wobei die zwei zuvor gewählten Kandidaten nicht gestrichen werden können, usw. Dieser Ansatz wird als Top-Down-Ansatz bezeichnet.[2]

Markus Schulze macht mit dem Proportionalen Ranking[3] einen ähnlichen Top-Down-Vorschlag, wobei er jedoch die Schulze-STV-Methode verwendet, so dass der Erstplatzierte der Condorcet-Sieger ist, falls es einen gibt.

Allerdings erscheint es sinnvoll, die Wahl um den ersten Platz separat durchzuführen, da nicht alle Kandidaten an der herausgehobenen Position des Spitzenkandidaten interessiert bzw. dafür geeignet wären.



[1] Vgl. Colin Rosenstiel: Producing a Party List using STV, in: Voting Matters, No. 9 (1/1998), http://www.mcdougall.org.uk/VM/ISSUE9/P4.HTM (abgerufen am 24.09.2007)

[2] Vgl. Joseph Otten. Ordered List Selection, in: Voting Matters, No. 9 (1/1998), http://www.mcdougall.org.uk/VM/ISSUE9/P5.HTM (abgerufen am 24.09.2007)

[3] Vgl. Markus Schulze: Free Riding and Vote Management, S. 56ff.



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