Vorzüge von Meeks Methode gegenüber der Gregory-Methode
Brian Wichmann hat anhand von 188 Datensätzen von STV-Wahlen untersucht, wie oft die Gregory-Methode und die Meek-Methode zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Es stellte sich heraus, dass bei etwa 10 % der untersuchten Wahlen die Gruppe der gewählten Kandidaten unterschiedlich war. Meist trat der Unterschied bei der Wahl des jeweils letzten Kandidaten des Wahlkreises auf. Insgesamt etwa 2 % der unter der Gregory-Methode gewählten Kandidaten wären bei Verwendung der Meek-Methode nicht gewählt worden.[1] In einer anderen Untersuchung hat Wichmann eine Abstimmung mit 198 Optionen untersucht. Wäre die Abstimmung nicht mit Meeks Methode, sondern mit der Gregory-Methode nach Newland und Britton durchgeführt worden, wären auch solche Optionen unter den Gewinnern gewesen, die kein einziger Abstimmender in seiner Präferenzfolge aufgeführt hat, während einige andere Optionen nicht zu den Gewinnern gehörten, obwohl sie in Präferenzfolgen vorkamen.
[2] Weitere Untersuchungen an einer anderen Wahl mit 129 Kandidaten für 7 Sitze ergaben ebenfalls, dass Meeks Methode bei einer großen Kandidatenzahl gegenüber der Gregory-Methode deutlich überlegen ist. [3] I. D. Hill erörtert den Fall einer Wahl nach der Gregory-Methode, die durch die 15. Präferenz eines Wählers entschieden wurde. Dem Kandidaten wurde eine ganze Stimme gutgeschrieben, obwohl unter den ersten 14 Präferenzen des entscheidenden Wählers 10 letztlich gewählte Kandidaten waren. Dazu kam es, weil acht Kandidaten bereits gewählt waren als die Stimme des Wählers sie erreichte und sie entsprechend der Gregory-Methode übersprungen werden musste. Zu zwei weiteren der 10 Kandidaten musste der entscheidende Wähler nicht beitragen, weil Newland und Brittons Gregory-Methode nicht-übertragbare Stimmen vermeiden will, indem zunächst die Stimmen von Wählern gewertet werden, die entweder keine Folgpräferenzen angegeben haben oder deren Folgepräferenzen keine noch im Rennen befindlichen Kandidaten enthalten. Daher wurde die Stimme des entscheidenden Wählers mit dem vollen Wert an die nächste relevante Präferenz übertragen. Die Wahl führte zwar letztendlich zur Wahl der gleichen Kandidaten wie Meeks Methode, jedoch nur sehr knapp, während die besagte 15. Präferenz bei Meeks Methode nur einen winzigen Stimmenbruchteil beitrug und der in ihr angegebene Kandidat bereits einen sicheren Vorsprung vor dem besten nicht gewählten Kandidaten hatte.
[4] Es ist zu vermuten, dass die Unterschiede in den Ergebnissen verschiedener Übertragungsregeln umso größer sind, je mehr Sitze in einem Wahlkreis oder auf einer veränderbaren Liste zu vergeben sind, da bei mehr Sitzen öfter Überschüsse zu übertragen sind.
Meeks Methode ist zudem immun gegenüber der als Woodall-Freeriding bekannten Form taktischen Wählens.
[5] Bei Zufallsmethoden, der Gregory-Methode sowie der Weighted-Inclusive-Gregory-Methode ist es taktisch sinnvoll, einen aussichtslosen Kandidaten auf Platz 1 zu setzen, obwohl man ihn nicht mag, und den eigentlichen Lieblingskandidaten auf Platz 2 zu setzen. Denn wenn der eigentliche Lieblingskandidat dann bereits aufgrund seiner zahlreichen Erstpräferenzen oder der Stimmenübertragungen anderer Kandidaten gewählt ist, muss der taktische Wähler nichts zum Erfolg dieses Kandidaten beitragen. Wenn im Verlaufe der Auszählung der auf Platz 1 gesetzte schwache Kandidat gestrichen wird, wird der Lieblingskandidat übersprungen, da er bereits gewählt ist. Der Wähler hat also seinen Lieblingskandidaten im Parlament und trotzdem noch nichts von seiner Stimme verbraucht, kann also sein gesamtes Stimmgewicht an die nächste verfügbare Präferenz weitergeben und damit dieser oder einer späteren zur Wahl verhelfen. Diese Art des taktischen Wählens funktioniert bei der Meek-Methode nicht mehr, da dort Stimmen auch an bereits gewählte Kandidaten übertragen werden und nicht gewählte Kandidaten sich nach ihrem Ausscheiden so verhalten, als wären sie nie angetreten.
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