STV: Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Kumulieren und Panaschieren - Auf einen Blick
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- Ausgangspunkt für das Präferenzwahlverfahren der Übertragbaren Einzelstimmgebung (Single Transferable Vote, STV) ist die Überlegung, dass letztendlich diejenigen Kandidaten ins Parlament kommen sollen, die die unterschiedlichen Ansichten der Bevölkerung am besten repräsentieren.
- Der Grundsatz der Verhältniswahl gilt hier nicht nur zwischen den Parteien, sondern auch innerhalb der Parteien. Das Ergebnis ist proportional in jeder Hinsicht, die die Wähler zur Grundlage ihrer Wahlentscheidung machen: Vertretung von Frauen, Minderheiten und innerparteilich umstrittenen Positionen. Mehrheiten und Minderheiten werden entsprechend ihres Stimmenanteils vertreten. Herkömmliches Kumulieren und Panaschieren führt hingegen zu erheblichen Verzerrungen des Wählerwillens.
- Taktisches Wählen wird unnötig. Der Wähler kann nach seinen aufrichtigen Überzeugungen und Vorlieben wählen und muss nicht befürchten, dass seine Stimme verschenkt ist und womöglich sogar jenen Kandidaten hilft, die der Wähler überhaupt nicht mag.
- Es werden nur Kandidaten gewählt, die genug Unterstützung haben, wobei diese Unterstützung auch aus zweiten und dritten Plätzen in der Rangfolge der Wähler bestehen kann. Beim herkömmlichen Kumulieren ist es hingegen möglich, dass Kandidaten gewählt werden, die über fast keine Unterstützung verfügen, während insgesamt beliebtere Kandidaten dennoch nicht ins Parlament kommen. Das ist ungerecht.
- Durch die Präferenzen enthält die Wählerstimme mehr Informationen und wird effektiver genutzt. Kann der Wunschkandidat (Platz 1) nichts mit der Stimme anfangen (weil er entweder schon mehr Stimmen hat als er braucht oder zu wenig, um gewählt zu werden), dann geht die Stimme an den nächsten in der Rangfolge.
- Dadurch finden die meisten Wähler unter den gewählten Abgeordneten jemanden, zu dessen Wahl sie persönlich beigetragen haben. Dies erhöht die Verantwortlichkeit der Abgeordneten gegenüber den Wählern.
- Das Präferenzwahlverfahren hat sich bewährt. Es wird seit langem in Irland, Nordirland, Malta und Australien verwendet, seit 2004 in Neuseeland und seit 2007 in Schottland. Im Kanadischen Bundesstaat British Columbia stimmte in einem Referendum 2005 eine deutliche Mehrheit für die Einführung dieses Verfahrens. Die Präferenzwahl verbindet die Vorteile von Personenwahl und Verhältniswahl optimal.