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Achtung, "Sicherheit"!

„Videokamera
im Badezim-
mer!? Muß das
sein?"

„Es ist doch zu
ihrer Sicherheit,
gute Frau. Falls
sie mal belästigt
werden ..."

Im Namen der "inneren Sicherheit" darf die Polizei jetzt jeden jederzeit überall in Berlin kontrollieren – ohne Verdacht. Bisher waren diese auch als "Schleierfahndung" bekannten "verdachtsunabhängigen Kontrollen" schon an ca. 30 "gefährlichen Orten" erlaubt, zu denen auch der Kollwitzplatz zählt. Die CDU will nun noch eins drauflegen: Videoüberwachung öffentlicher Plätze.

In den vergangenen Jahren wurden Polizeibefugnisse ständig ausgeweitet: Verdeckte Ermittler, Telefonüberwachung, Lauschangriff, Gen-Datenbank. Aber was hat’s gebracht? Einen Überwachungsstaat – einen Staat, der allem und jedem mißtraut und glaubt, immer tiefer in das Privatleben seiner Bürger eindringen zu müssen. 500 000 Menschen werden jährlich in Deutschland in Telefonabhörungen verwickelt. Alles Waffenschieber und Mädchenhändler?

Daß sich die betreffenden Schwerstraftäter nicht mehr in Privatwohnungen treffen, sondern an abhörsicheren Orten, hätte man vorhersehen können. Wie es aussieht, hat keine dieser Maßnahmen auch nur ein bißchen von der versprochenen Sicherheit gebracht. Weder objektive Sicherheit noch subjektives Sicherheitsgefühl der Bürger haben zugenommen. Diese "Sicherheitsmaßnahmen" haben versagt. Die richtige Antwort darauf ist aber nicht "noch mehr Überwachung", sondern "Schluß damit!".

Nur wer darauf vertrauen kann, nicht abgehört zu werden, kann sich so frei entfalten, wie es der Menschenwürde entspricht. Egal, ob Telefonüberwachung, Lauschangriff, Schleierfahndung oder Videoüberwachung. Es trifft immer alle Menschen, ob verdächtig oder nicht. Und verdächtig heißt noch lange nicht schuldig. Dies sollten auch eifrige Politiker beachten, die nach einem kurzen Blick auf die Polizei-Statistik von steigender Kriminalität reden. Wo mehr Polizei mehr ermittelt, gibt es auch mehr Tatverdächtige. Totale Überwachung führt jedenfalls nicht zu mehr Sicherheit, sondern zu mehr Angst und mehr Mißtrauen.

Überwachungsstaat – nein danke!

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