Sudbury Schools
Hier
liegen nicht nur Bücher rum
Schulen, an denen es weder
Lernzwang noch Anwesenheitspflicht gibt, sind nicht
utopisch. Sie sind lebendige Realität. Die Rede ist
von Sudbury Schools Schulen nach dem Modell
der 1968 in Framingham im US-Bundesstaat
Massachusetts gegründeten Sudbury Valley School.
Mit etwa 40 Schülern sind die
Sudbury Schools nicht gerade Massenanstalten. Eher
haben sie Ähnlichkeit mit
einer großen Wohnung. Klassenräume gibt es nicht,
genauso wenig wie es Lehrplan, Zensuren oder
Leistungskontrollen gibt. An Sudbury Schools geht
jeder seinen eigenen Interessen nach. Die Schüler
bestimmen ihren Tagesablauf vollständig selbst. Das
gilt für die Vierjährigen genauso wie für die
19jährigen. Schüler und Lehrer sind vollkommen
gleichberechtigt und reden sich mit dem Vornamen an.
Eine Trennung der Schüler nach dem Alter gibt es
ebenfalls nicht. Freundschaften und
Interessengemeinschaften wie Lerngruppen entstehen
über Altersunterschiede hinweg. Unterricht im
klassischen Sinne kommt nur zustande, wenn Schüler
dies ausdrücklich verlangen. Überall findet man
Leute, die sich unterhalten, die lesen, spielen, am
Computer arbeiten, kochen, Musik machen, sich von
einem Lehrer etwas erklären lassen, anderen
zuschauen, Theater spielen oder einkaufen gehen. Das
Lernen, das dabei geschieht, ist einfach nicht vom
Leben getrennt.
Entscheidungen, die das
Zusammenleben an der Schule bzw. organisatorische
Fragen betreffen, werden auf der Vollversammlung
besprochen und demokratisch entschieden, wobei jeder
Schüler und jeder Lehrer eine Stimme hat.
Beschwerden über die Verletzung
von Regeln werden von einem demokratisch gewählten
Justizkommittee verhandelt und entschieden.
Selbstbestimmung und Mitbestimmung
die Grundlagen einer freiheitlichen Demokratie
sind an Sudbury Schools also voll
verwirklicht.
Übrigens nimmt die Anzahl dieser
Schulen ständig zu. Derzeit gibt es etwa 30 Sudbury
Schools, nicht nur in den USA, sondern auch in
Kanada, Japan, Australien, Israel und Dänemark.
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